Für eine starke Gesundheitsversorgung: FMH-Kommunikationskampagne «Für Sie»
Am 22. Januar 2024 lanciert die FMH eine nationale Kommunikationskampagne unter dem Motto «Für Sie». Ziel ist es, die essenzielle Rolle der Ärztinnen und Ärzte für die Gesellschaft hervorzuheben und auf den drohenden Fachkräftemangel aufmerksam zu machen. Mit authentischen Einblicken in den Berufsalltag und der Betonung der Beziehung zwischen Ärztinnen, Ärzten und Patientinnen, Patienten will die Kampagne nicht nur das öffentliche Bewusstsein stärken, sondern auch die Attraktivität des Arztberufs fördern. Besonders die zukünftigen politischen Entscheidungen werden dabei bedeutsam sein, um eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung langfristig sicherzustellen.
FMH-Ärztestatistik 2023: Fachkräftemangel und Auslandsabhängigkeit im Fokus
Die FMH-Ärztestatistik 2023 verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen: Über 40 % der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte stammen aus dem Ausland – ein Hinweis auf die hohe Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften. Trotz eines Anstiegs von 2,3 % bei den Vollzeitäquivalenten bleibt der Fachkräftemangel akut. Besonders die Grundversorgung leidet unter einer zu geringen Ärztedichte.
Die Zahlen zeigen: Die Arbeitslast bleibt hoch, während administrative Aufgaben zunehmen und sinkende Arbeitspensen sowie die Pensionierungen der Babyboomer-Generation die Versorgung zusätzlich belasten.
Die anspruchsvollen Arbeitsbedingungen erschweren zudem den Einstieg in den Beruf, weshalb die FMH Massnahmen wie mehr Ausbildungsplätze, moderne Arbeitsmodelle und eine Reduktion der Bürokratie fordert, um die Attraktivität des Berufs zu steigern und so langfristig die Qualität der Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
Innovation Qualité 2024: Vorreiterprojekte für die Gesundheitsversorgung ausgezeichnet
Die Schweizerische Akademie für Qualität in der Medizin (SAQM) verleiht am 24. Mai 2024 den Qualitätspreis «Innovation Qualité» an drei wegweisende Projekte, die die Gesundheitsversorgung in der Schweiz nachhaltig verbessern:
SERO-App für Suizidprävention: In der Kategorie «Digitale Innovation» prämiert, unterstützt diese App Betroffene und ihre Bezugspersonen in suizidalen Krisen durch personalisierte Hilfsinstrumente.
Multiple-Sklerose-Cockpit: Für die «Patientensicherheit» ausgezeichnet, ermöglicht es die digitale Früherkennung und rechtzeitige Behandlung von Risikopatientinnen und -patienten durch innovative Datennutzung.
Qualität durch Reflexion: Mit dem «Sonderpreis der Jury» gewürdigt, stärkt dieses Projekt durch strukturierte Reflexionsrunden die Teamkultur und die medizinische Betreuungsqualität.
Mit der Auszeichnung setzt die SAQM ein Zeichen für die Bedeutung von Innovation und Qualität in der Medizin und fördert die Weiterentwicklung des Schweizer Gesundheitswesens.
Erfolg für das Gesundheitswesen: Deutliches Nein zur Kostenbremse
Am 9. Juni 2024 spricht sich die Schweizer Stimmbevölkerung klar gegen die Kostenbremse-Initiative aus und folgt damit der Empfehlung der FMH. Dieses Ergebnis ist ein starkes Signal für eine qualitativ hochstehende und für alle zugängliche Gesundheitsversorgung. Die Initiative hätte durch Rationierungen und Wartezeiten insbesondere für grundversicherte Patientinnen und Patienten zu massiven Einschränkungen geführt. Stattdessen setzt die Bevölkerung auf die Stärkung der Grundversorgung und eine bessere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe.
TARDOC: Start für neuen ambulanten Tarif im Jahr 2026
Am 19. Juni 2024 kündigt der Bundesrat die Einführung der neuen ambulanten Tarifreform auf den 1. Januar 2026 an. Er hat TARDOC und die ambulanten Pauschalen teilgenehmigt und mit umfangreichen Auflagen an deren Einführung verknüpft. Damit übernimmt er die Verantwortung, auch in Bezug auf die Realisierbarkeit des neuen Tarifsystems. Die Tarifpartner müssen diese im Detail analysieren und die nötigen Schritte zur Realisierung innerhalb der gemeinsamen Tariforganisation OAAT AG angehen. Mit TARDOC wird die über 20 Jahre alte Tarifstruktur TARMED abgelöst und durch eine zeitgemässe, sachgerechte Tarifierung ersetzt. Der Tarif verbessert die Ressourcenzuteilung, beseitigt Fehlanreize und stärkt die Grundversorgung, insbesondere im Bereich der Hausärztinnen und der Kinderärzte sowie der Psychiatrie.
Ärztliche Forderung nach EU-Strategie gegen Arzneimittelengpässe
Am 8. Juli 2024 verabschieden Vertreterinnen und Vertreter deutschsprachiger Ärzteorganisationen bei der 69. Konsultativtagung in Krems (A) ein Communiqué, das eine europäische Strategie gegen zunehmende Arzneimittel-Lieferengpässe fordert. Mit der Verlagerung von Produktionsstätten nach Asien und der Schliessung europäischer Werke verschärfen sich die Engpässe, die bereits essenzielle Medikamente wie Antibiotika betreffen.
Die Ärzteorganisationen drängen auf eine Diversifizierung der Lieferketten, eine nachhaltige Stärkung der Produktion in Europa und wirksame Massnahmen zur Vorratshaltung. Sie fordern die Politik auf, entschlossen zu handeln, um eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen und die Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstätten zu verringern.
Diese gemeinsame Initiative unterstreicht die Dringlichkeit, Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten europaweit nachhaltig zu gewährleisten.
Schweizerische Ärztezeitung in neuer Form gesichert
Nach der Insolvenz des EMH-Verlags stellt die digitale Übergangslösung der Schweizerischen Ärztezeitung (SÄZ) sicher, dass das offizielle Publikationsorgan der FMH weiterhin erscheint. Im Zwei-Wochen-Rhythmus wird die SÄZ in kompakterer Form veröffentlicht und ist auf der FMH-Website abrufbar. Parallel dazu läuft die Neukonzeption der zukünftigen SÄZ, die bewährte Elemente des traditionellen «Gelben Heftes» aufgreifen soll und gezielt auf die Bedürfnisse der Leserschaft ausgerichtet werden soll. Mit diesem Schritt stellt die FMH die langfristige Weiterführung der SÄZ sicher und passt sie an die digitalen Anforderungen der Zukunft an.
Entscheid zur ambulanten Tarifrevision: Weichen für zeitgemässe Patientenversorgung gestellt
Am 22. Oktober 2024 stimmen die Tarifpartner in der OAAT AG dem Gesamtpaket «Ambulante Tarife» zusammen mit einer Begleitvereinbarung zu. Diese stellen einen Kompromiss zwischen den Tarifpartnern dar, der die Einführung des Einzelleistungstarifs TARDOC sowie der ambulanten Pauschalen per 1. Januar 2026 und deren kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht. Ärztinnen und Ärzte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Begleitvereinbarung stellt sicher, dass die Grundversorgung gestärkt wird und erkannte Fehler bei den Pauschalen schnell korrigiert werden können.
Strategische Weichenstellung für die Zukunft der FMH
Mit der an der Ärztekammer vom 7. November 2024 verabschiedeten Strategie 2025–2028 leitet die FMH einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der ärztlichen Berufsausübung in der Schweiz ein. Die Strategie basiert auf einer repräsentativen Mitgliederbefragung und setzt neun klar definierte Ziele. Die drei Fokusthemen «ausreichend Fachkräfte», «erfolgreiche Ambulantisierung» und «administrative Entlastung» setzen die Ziele in konkrete, handlungsorientierte Arbeitsschwerpunkte um und stärken damit die nachhaltige und zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung. Die neue strategische Ausrichtung stellt sicher, dass die Interessen der Ärzteschaft wirksam vertreten und der Ressourceneinsatz in den kommenden Jahren eng an den Prioritäten der Mitglieder ausgerichtet werden.
Schweiz stimmt zu: Einheitliche Finanzierung stärkt das Gesundheitswesen
Am 24. November 2024 beschliesst die Schweiz mit einem deutlichen «Ja» die Einführung der einheitlichen Finanzierung im Gesundheitswesen. Mit dieser von der FMH unterstützten Reform werden sämtliche Gesundheitsleistungen – ob ambulant oder stationär – künftig einheitlich finanziert, wodurch Fehlanreize korrigiert und die Prämienzahlenden entlastet werden. Der einheitliche Finanzierungsschlüssel fördert die integrierte Versorgung, reduziert unnötige Doppelspurigkeiten und verbessert die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten, Pflegeheimen, Spitex-Diensten und weiteren Akteuren. Dies stärkt die Qualität der Versorgung und trägt zur Linderung des Fachkräftemangels bei. Dank einer breiten Allianz aus Gesundheitsorganisationen, politischen Parteien und Kantonsvertretenden konnte eine der bedeutendsten Gesundheitsreformen der letzten Jahrzehnte zur Umsetzung freigegeben werden. Ein starkes Signal für die Reformfähigkeit der Schweiz im Gesundheitswesen.
Einigung über Notfallpauschalen: FMH und prio.swiss sichern hochwertige Versorgung
Am 20. Dezember 2024 verkünden die FMH, mfe und der Krankenversicherungsverband prio.swiss eine wegweisende Einigung zur Anwendung von Notfall- und Inkonvenienzpauschalen. Die Vereinbarung sorgt für Klarheit und Sicherheit bei der Abrechnung dieser Leistungen und trägt den modernen Arbeitsrealitäten der Ärztinnen und Ärzte Rechnung. Nachdem das Bundesgerichtsurteil 9C_664/2023 vom 24. Juni 2024 in der praxisambulanten Notfallversorgung Unsicherheiten ausgelöst hatte, haben die FMH und prio.swiss eine Lösung gefunden für die Anwendung der Notfall- und Inkonvenienzpauschalen. Diese Lösung ermöglicht es, die qualitativ hochstehende ärztliche Notfallversorgung durch Arztpraxen zu gewährleisten. Gleichzeitig setzt sie auf eine korrekte und einheitliche Anwendung der Tarife, deren Kontrolle in der Verantwortung der einzelnen Krankenversicherer liegt. Entscheidend ist, dass neu kein Unterschied mehr zwischen selbstständig und unselbstständig tätigen Ärztinnen und Ärzten gemacht wird.

